Aufbau des "DemenzNetz Spandau"
Im Rahmen des von der Aktion Demenz e.V. durchgeführten Förderprogramms „Menschen mit Demenz in der Kommune“ fördert die Robert Bosch Stiftung den Aufbau des Projektes „DemenzNetz Spandau” ab Oktober 2010 für ein Jahr mit der Summe von ca. 13.000 Euro.
Für Menschen mit Demenz soll in der Kommune ein soziales Umfeld geschaffen werden, das es ermöglicht, die Situation von Menschen mit Demenz und die ihrer Angehörigen in ihrer komplexen Problematik zu erfassen, zu verstehen und wenn nötig unterstützend beizustehen. So soll die Unsicherheit im Umgang mit der Diagnose Demenz und mit Demenzkranken selbst verringert und eine offene Begegnung ermöglicht werden. Dies wird bei Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen falsche Scham und die Neigung zum Rückzug reduzieren und so deren Teilhabe am kommunalen Leben fördern. Letztlich soll Barrierefreiheit auch für Menschen mit Demenz erreicht werden. Aber auch der nichtbetroffenen Bevölkerung sollen die Ängste und Befürchtungen vor dieser Krankheit genommen werden, die jeden treffen kann.
Dazu ist es notwendig, im Bezirk Spandau einen gesellschaftlichen Prozess anzustoßen. So soll zum einen durch Informationen die Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit sowie der offene Umgang mit dem Thema Demenz gefördert werden. Zum anderen sollen Kontaktpersonen aus dem alltäglichen Umfeld, aber auch ehemals pflegende Angehörige, gewonnen werden, die durch Schulung und Benennung konkreter Ansprechpartner in die Lage versetzt werden, als „Demenzlotsen“ Menschen mit Demenz und deren Angehörigen in ihrem jeweiligen Umfeld Information, Unterstützung und nachbarschaftliche Hilfe zukommen zu lassen.
Weitere wichtige Handlungsfelder sind neben dem Ausbau der ärztlichen Versorgung und ihrer besseren Vernetzung mit dem pflegerischen Bereich, die Vernetzung von Akteuren im Stadtteil und die Einbindung weiterer Partner. Dazu gehört auch die Fortsetzung der Schulung von Zielgruppen, wie des Einzelhandels und anderer Dienstleister, was bereits im vorletzten und letzten Jahr mit dem Projekt „Allein lebende Demenzkranke“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft im Bezirk begonnen wurde. Auch in den Unterricht an Schulen soll das Thema Demenz eingebracht werden. Angedacht ist auch die Entwicklung von Partnerschaften mit den Schulen und benachbarter Pflegeeinrichtungen.
Damit sind nur einige Teilziele beim Aufbau des DemenzNetz Spandau beschrieben, die am Anfang stehen sollen. Der weitere Ausbau des DemenzNetz Spandau wird nach dem geförderten Zeitabschnitt von einem Jahr wohl lange noch nicht abgeschlossen sein.
Ende Oktober 2010 lag die abgeschlossenen Konzeptentwicklung für ein bezirkliches Demenznetz vor. Nachdem dies verschiedenen Gremien im Bezirk vorgestellt worden war, konnte im Anschluss in einer Projektgruppe, bestehend aus interessierten Mitgliedern des Gerontopsychiatrischen Verbundes Spandau sowie weitere interessierter Institutionen und Einzelpersonen, mit den Vorbereitungen zu einem Aktionstag begonnen werden.
Am 11. Mai und 12. Mai 2011 fand dann im Bürgersaal im Rathaus Spandau ein Forum zum DemenzNetz Spandau für Bürgerinnen und Bürger sowie für die Fachöffentlichkeit statt. Auf fünf Themenblöcke verteilt wurden an den beiden Tagen ab 13:00 Uhr insgesamt 27 Vorträge angeboten. Gleichzeitig stellten in der Säulenhalle vor dem Bürgersaal auf einem „Markt der Möglichkeiten“ mehr als zwanzig verschiedene Spandauer Einrichtungen ihre Entlastungs- und Versorgungsangebote vor. Das Programm der beiden Tage ist hier zu finden.
Parallel zu den Vorbereitungen dieser zweitägigen Veranstaltung wurde auch die im Konzept aufgezeigte Idee der DemenzLotsen konkretisiert. Das Projekt wurde bei der Spandauer Kontaktstelle PflegeEngagement angesiedelt. Gemeinsam mit den ersten im August 2011 geschulten engagierten Ehrenamtlichen wurden Logo und Flyer für die Öffentlichkeitsarbeit entwickelt. Auch nach dem Förderzeitraum durch die Robert-Bosch-Stiftung wird es die vordringliche Aufgabe sein, weitere Ehrenamtliche zu gewinnen und zu schulen, um nachhaltige positive Veränderungen für die an Demenz erkrankten Menschen und ihre Angehörigen zu bewirken.
Weitere Informationen:
Bezirksamt Spandau von Berlin
Abteilung Soziales und Gesundheit
Planungs- und Koordinierungsstelle
Dirk Welzel / Martina Busch
E-Mail: pk@ba-spandau.berlin.de
Tel.: (030) 90 279 - 4030 oder 4035 , Fax: (030) 90279 - 4075
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